Vor meinen Augen zogen Häuser, Felder, Städte und Wälder vorbei. Mein Kopf war an das kühle Glas der Scheibe gelehnt, mein Blick in die Ferne gerichtet und meine Vorfreude riesig. Unser Weg führte uns raus aus Wien, direkt nach Mörbisch.

Und dann stand ich hier, beobachtete die Sonne, wie sie am Horizont langsam unterging, und wie das Licht den See, die kleinen Boote und Felder in eine wunderschöne Stimmung hüllte. Es war fast so, als bliebe die Zeit stehen, damit jeder diesen traumhaften Moment ganz in sich aufnehmen konnte. Wüsste ich es nicht besser, würde ich glauben, dieses Wetter und der klare Sonnenuntergang wurden extra für diesen Abend vorbestellt.

Mittlerweile war die Sonne am Horizont verschwunden und wir begaben uns Richtung Bühne. Wir stiegen immer höher hinauf und was mich dort erwartete, verschlug mir den Atem. Von hier oben blickte ich die Stufen hinab und vor mir erstreckte sich ein Amphitheater mit einem zauberhaften Bühnenbild. Auf der Bühne befand sich eine riesige Geige, direkt dahinter erstreckte sich der Neusiedler See und das Schilf raschelte leise, als einige Vögel hindurchschwammen.

Nach einiger Zeit begann die Operette, und schon als die ersten Klänge des Orchesters über das Wasser schallten, war ich komplett in ihren Bann gezogen.

Langsam wurde es Nacht und zu meiner rechten Seite ging der Vollmond auf. Er leuchtete vom Himmel herab, während hin und wieder Wolken vorbeizogen und diesem Moment eine besondere Stimmung verliehen. Währenddessen gab es auf der anderen Seite des riesigen Sees ein Gewitter. Auf unserer Seite merkte man davon zwar nichts, doch konnte man in der Ferne immer wieder Blitze beobachten, die die Dunkelheit erhellten. Es passte perfekt zur Operette, fast so, als gehörte es zum Stück.

Der krönende Abschluss war ein gigantisches Feuerwerk. Synchron dazu erschienen überall bunte Wasserfontänen, die im Takt der Musik gemeinsam mit dem Feuerwerk durch die Luft tanzten.

Dieser Tag machte mich überglücklich und die Erinnerungen daran werden mich wohl noch lange begleiten. Es war fast wie im Märchen, aber wer weiß, vielleicht war es das ja auch …